Exerzitien-Wochenende der TrauerbegleiterEin gelungener Spagat gelang den Organisatoren des Wochenendes für die Trauerbegleiter der Gebietskirche Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland und den angrenzenden Gebietskirchen. Es sollte einerseits Fortbildung zu bestimmten Themen bieten, andererseits Exerzitien für die doch sehr fordernde Arbeit des Begleitens in dieser besonderen Phase des Lebens sein.

 

Beides gelang in der wunderbaren Atmosphäre des Klosters Arnstein in Obernhof vom 28. bis 30. Oktober 2016. Klöster, an denen seit Hunderten von Jahren Gott angebetet und für andere fürbittend eingetreten wird, waren eine besondere Umgebung.

 

In einem Workshop wurde auf besondere Kommunikationsformen eingegangen. Auch wurde anhand von der unterschiedlichen Betrachtungsweise der Gruppe zu einer gezeigten Skulptur das Vorgehen zur Eröffnung eines Trauergespräches gezeigt. „Achte auf deine Gedanken“ wurde vermittelt als Thema zur Selbstpflege. Für tiefes Empfinden sorgten u.a. die Liedkreise am Freitag- und Samstagabend sowie das gemeinsame Vorbereiten auf den Sonntag-Gottesdienst. Auch der Einblick in das Leben der Ordensleute bei der Teilnahme samstags an ihrer Messe, einer Klosterführung und dem Gespräch über das Wesen ihres Ordens trugen dazu bei. Herausragend war eine biblische Weinprobe, bei der auf die besonderen Aspekte des Weines in der Bibel eingegangen wurde und die Möglichkeit meditatives Bogenschießen zu erlernen. Ein meditativer Spaziergang und eine Klangreise rundeten das Wohlfühlpaket ab.

 

Der Höhepunkt des Wochenendes war der Gottesdienst am Sonntag. In besonderer Form wurde er gemeinsam von neuapostolischen und Christen anderer Konfessionen gefeiert. Der Priester stellte das Bibelwort aus Matthäus 5, 4 an den Anfang: „Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden“. Die Predigt ging auf die besonderen Bedürfnisse von Trauernden, jedoch auch auf die der Tröstenden ein. Jesus Christus, obwohl wahrer Gott, kam als wahrer Mensch auf die Erde. Er kannte Leid und erfuhr Schmerz und Enttäuschung. Er hatte ein Herz für alle. In den Predigtzugaben der beiden Brüder wurde einmal auf den barmherzigen Samariter und seine Bedeutung in unserer Zeit eingegangen und auf die Aussage Jesus Christus: „Ihr seid meine Hände, ihr seid meine Füße!“ Das gemeinsame Erleben des Unser Vater Gebets, der Sündenvergebung und der Feier des Heiligen Abendmahls machen diesen Gottesdienst in der Krypta unvergessen.

 

Nach dem Mittagessen (fleißige Hände unseres Teams hatten liebevoll im Selbstversorgerheim gesorgt) hieß es auseinandergehen. Es wurden viele enge Kontakte geknüpft, angeregte tiefe Gespräche geführt sowie viele Anregungen und Hilfestellungen ausgetauscht. Als Trost bleibt die Aussicht auf das geplante Wochenende 2017.

 

Text: Baldur Wirth